Die Historie


Die Klosterruine Schwarzenbroich befindet sich im Meroder Wald der Gemeinde Langerwehe in der Nähe von Düren. Das Kloster zählt zu einer der ersten prachtvollen Klosteranlagen des Kreuzherrenorden im Rheinland und wurde um 1340 erbaut. Das Kloster ist im Jahr 1802 durch die Säkularisierung aufgelöst, die Anlage verkauft und als Alaun- und Vitriolfabrik genutzt worden. Diese Nutzung verursachte 1835 einen Großbrand und die Zerstörung der Gebäude. 

Bis in die 1960er Jahre nutzen Landwirte die Wiesenflächen und die Wirtschaftsgebäude von Kloster Schwarzenbroich. Im zweiten Weltkrieg dienten sie beiden Kriegsparteien als Einquartierung und die Gewölbe der Ruine Schutz vor Beschuss. Die Klosteranlage verfiel danach immer weiter und verschwindet heute im Waldboden und unter Efeu. Den räumlichen Bezug zu dem Sitz des Stifters Werner von Merode bildet das Schloss Merode, welches sich etwa in acht Kilometer Entfernung zu der Klosterruine befindet. Sowohl die Pilgerstraße nach Kornelimünster und Aachen führte an dem Kloster dicht entlang wie auch die Heerstraße von Frankfurt nach Köln in einiger Entfernung. Aus der Sage zu der Gründung des Klosters durch Werner von Merode geht die Erscheinung des heiligen Matthias im Meroder Wald hervor, der ihm befohlen hatte an dieser Stelle im Matthiastal ein Kloster zu errichten. An der Stelle des heutigen Matthias Bildstocks stand eine Kapelle, die aus historischen Ansichten als ein kleiner Bau erkennbar ist. 



Klosterruine Schwarzenbroich um 1800


Zonierung der Klosteranlage



Die Anlage bestand aus einem großen Wirtschaftshof mit Stallungen, Scheunen, dem zweigeschossigen Konventsbau mit Schlafräumen, Priorat, Sakristei, Kirchengebäude, Kreuzgang und weiteren Zimmer für die Mönche. Insgesamt stellte die Anlage eine beachtliche Größe im Vergleich zu den anderen Kreuzherrenklöstern dieser Zeit dar. Die Kirche in Schwarzenbroich diente nicht nur den Kreuzherren als Grablege, sondern unter anderem auch der Stifterfamilie Merode. Der Gründer Werner IV. wurde nicht in Schwarzenbroich bestattet, weil die Kirche bei seinem Tod noch nicht fertig gestellt war. Neben dem Wirtschaftshof gab es zwei abgetrennte Klostergärten für den Gemüseanbau und als Viehauslauf. Auf den historischen Gemälden findet man südlich eine Obstbaumwiese, sowie Teichanlagen. Der gesamte Klosterbereich war mit Wiesenflächen umringt, die von den Kreuzherren bewirtschaftet wurden. Die umliegenden Besitzungen von Hofanlagen in der Umgebung zeigen die regionale Präsenz der Ordensbrüder. Die Überlieferung zu der Ausstattung des Klosters verzeichnet, dass es mindestens fünfzehn Glasgemälde im Kloster Schwarzenbroich, wovon drei in der Kirche und zwölf im Kreuzgang, angeordnet waren. Die Glasfenster stammen aus den zahlreichen Stiftungen, die der Familie de Merode und dem Orden zugewendet wurden. In der Blütezeit des Kreuzherrenordens am Anfang des 16. Jahrhunderts wurden zwei Antwerpener Schnitzaltäre in der Ausstattung ergänzt, die sich bis heute in der Pfarrkirche St. Gereon in Jülich - Boslar und in der Pfarrkirche Langerwehe, Kreis Düren, befinden.
Im Wallraf-Richartz Museum in Köln befindet sich ein Triptychon aus dem Kloster Schwarzenbroich. Ein Tafelbild ist im Besitz des Fürsten von Merode-Westerloo. Die Klosterruine befindet sich in einem Naturschutzgebiet, wodurch der Zugang in die Anlage nicht möglich ist. Es sind teilweise großflächige aufragende Mauerflächen erhalten, die bis heute die Bautechnik des Mittelalters und die räumliche Gliederung der Anlage aufzeigen. Eine beeindruckende Mystik umgibt diesen seit Jahrhunderten zerfallenen Ort. Der unaufhaltbare Zerfall der Anlage hat im Jahr 2021 den Anlass zur Bestandserfassung und der Erstellung eines Nutzungskonzepts im Rahmen einer Masterarbeit geführt.